Das stimmt, der MO ist allgemein und nicht von einer bestimmten Anordung abhängig. Aber ebenso, wie zwei abstossende Magnete nach unten fallen, wird auch der Magnet im Rohr fallen. (Wenn du Supraleiter hast, kannst es ja mal austesten). Es spielt ja auch die Schwerkraft eine Rolle, ob die in Richtung Magnet-S-Leiter wirkt oder senkrecht dazu. Eine senkrecht auf die Bewegungsrichtung wirkende Kraft wird den Magneten nicht bremsen.
Die Frage ist lediglich, wie stark der Magnet ist bzw wie groß der Abstand von der Rohrwandung ist. Ist der Magnet stark und die Wandung nah, bleibt er u.U. schon oben stecken. Bei grosserem Abstand bzw. schwächerem Magneten wird er fallen.
Wenn man einen Magneten senkrecht ins Rohr fallen lässt und er nicht schon oben auf Stillstand gebremst wird, erzeugt er in dem Leiter Ringströme (Ströme, die Aufgrund der Annäherung an den Leiter entstehen, etwa durch Torkeln, halten ihn von der Wand ab wie von MO gewohnt). Ströme, die aus der longitudinalen Bewegungskomponente erzeugt werden, bremsen ihn ab und beziehen ihre Energie aus der mechanischen Energie des Magneten (Geschwindigkeit, Potential). Kommt der Magnet mit dem zweiten Pol an dieser Stelle vorbei, wirken die Kreisströme jedoch anziehend, und nach Vorbeifallen des Magneten ist alles wie vorher -- wie gesagt, das gilt für den symmetrischen Fall. Die im Supraleiter gespeicherte Enegie ist dann so groß wie die Anfangsenergie des Magneten, wächst aber nicht weiter an.
Der Magnet sollte also fallen, und zwar sogar beschleunigt, weil im S-Leiter keine Kreisströme verbleiben und keine Dissipation auftritt (im Gegensatz zum normalen Leiter, wo der zweite Pol eine geringere Kraft erfährt, weil sich das Magnetfeld durch die Dissipation abgebaut hat).
Beim asymmetrischen Fall verbleibt allerdings Energie im S-Leiter, die in erster Näherung proportional zum zurückgelegten Weg ist.
Jedenfalls denke ich, daß es nicht so [i]ganz[i] einfach ist...
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