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Theorie und Praxis N-Chanel Fet Leistungsstufe?
Hallo Leute,
wie in einem anderen Thread schon mal angesprochen versuche ich gerade eine relativ große Last mit einem IRF1405 per PWM anzusteuern.
Zu regeln ist ein Gleichstrommotor mit 36V, 250W per PWM mit 55kHz. Sollte eigentlich kein Thema sein, dachte ich jedenfalls anfangs. Nur ist die Verlustleistung bei blockiertem Motor doch etwas zu hoch.
Nun wollte ich das Ganze mit Switchercad simulieren und in der simulierten Schaltung austesten wie wo welches Snubber-Netzwerk wirkt. Allerdings sieht die Simulation recht gut aus, im Gegensatz zu den gemessenen Werten. Alle Nachfolgenden Daten beziehen sich auf den Motor im blockierten Zustand. Dabei müsste er sich ja eigentlich verhalten wie eine Spule.
Die ersteGrafik zeigt die versuchte Simulation mit Switchercad.
Hat jemand ein reales Modell, mit dem man evtl. die Realität besser nachvollziehen kann?
Das SwitcherCad - File habe ich ebenfalls mit angehängt. Für den IRF1405 habe ich das Modell von Stupsi verwendet.
Die zweite Grafik zeigt die gemessenen Werte. Dargestellt sind jeweils Ug = Gatespannung (5V/DIV), Um = Spannung über dem Motor (20V/DIV) und Is = Strom durch den Shunt (20A/DIV). Zeitbasis sind 500ns/DIV. Die erste Spalte zeigt das Einschalten des Fets und die zweite den Abschaltvorgang.
Wie man deutlich sieht steigt die Spannung am Motor relativ steil bis auf ca. 60V an und schwingt sich innerhalb von ca. 500ns auf 36V ein. Das sollte doch eigentlich kein größeres Problem sein oder? Den Strom kann ich nicht so recht interpretieren.? Liegt evtl. da das Problem mit den hohen Schaltverlusten?
BlackBox
[Edit]
Noch ein paar Infos:
In der Switchercad Simulation sind folgende Kurven:
V(n001) [rot] = Gatespannung
36-V(n004) [blau] = Motorspannung
i(R1) [grün] = Strom durch Shunt bzw. Fet
In der realen Stufe habe ich einen ICL7667 (max. 1,5A, 4 Ohm Rdson) eingebaut, der wird durch V1 simuliert.
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Hallo Blackbox,
Den Motorwiderstand von 7,2 Ohm stell ich auch in Frage, nimm mal ein normales Multimeter.
Jede "normale" Spule ist leider ein komplexes Gebilde. Es sind immer Parallelkapazitäten vorhanden und eine Spule mit Eisenkern hat immer eine Nichtlinearität.
Ich hab mal deinen Testaufbau mit Leitungsinduktivitäten versehen und den Motor (Spule) etwas verändert.
Schon sieht die Simulation etwas realistischer aus. Dabei hab ich nur ein paar cm Draht hinzugefügt. (Bild als Anlage)
Deinen genaueren Aufbau kenn ich nicht, den mußt du schon selbst anpassen. Um die Werte herauszubekommen, ist eine HF-Tapete (Google) sehr hilfreich.
Damit kann man z.B. aus Resonanzfrequenz und Induktivität die parasitären Kapazitäten bestimmen.(Grundlagen E-Technik vorausgesetzt.)
Falls du mit nem Tek-200er die Oszillogramme gemessen hast (sieht so aus), kannst du 2 Kanäle multiplizieren und von der kurve einen Effektivwert anzeigen, ähnlich wie im Switchercad.
Warum der Strom wieder aufschwingt, weis ich auch nicht, ich vermute es im Sättigungsverhalten der Motorinduktivität.
Viel Erfolg beim weiteren Forschen, Stupsi